Wenn Ihre Zähne gesund sind, Ihnen ihr Aussehen aber nicht gefällt – eine hartnäckige Verfärbung, eine abgesplitterte Kante, kleine Lücken, Zähne, die zu kurz oder leicht ungleichmäßig wirken –, gehören Porzellanveneers zu den bewährtesten Möglichkeiten, das zu ändern. Ein Veneer bedeckt die sichtbare Vorderseite eines Zahns und kann so Farbe und Form verändern, während der größte Teil des natürlichen Zahns erhalten bleibt. Da meist eine kleine Menge Zahnschmelz abgetragen wird, ist es zugleich eine Entscheidung, die gut überlegt sein will. Auf dieser Seite erfahren Sie, was Veneers genau sind, warum so häufig E-max verwendet wird, wie viel vom Zahn beschliffen wird, was bei den einzelnen Terminen geschieht, wie sich Porzellan und Komposit unterscheiden und wie Sie Veneers pflegen, damit Sie lange Freude daran haben.
Was ein Porzellanveneer ist
Ein Porzellanveneer ist eine dünne, individuell gefertigte Keramikschale, die auf die Vorderseite eines Zahns geklebt wird und meist leicht über die Schneidekante reicht. Oft ist sie nur den Bruchteil eines Millimeters dick. Jedes Veneer wird einzeln anhand eines Abdrucks oder digitalen Scans Ihrer Zähne hergestellt, nach dem abgestimmten Entwurf geformt und eingefärbt und dann mit einem speziellen Kleber auf dem Zahnschmelz befestigt. Nach dem Verkleben bilden Veneer und Zahn eine Einheit – deshalb ist eine so dünne Schale im Alltag erstaunlich belastbar.
Veneers verändern das, was andere sehen: Farbe, Form, Länge und die Abstände zwischen den Zähnen. Stark schief stehende Zähne richten sie jedoch nicht gerade, und Probleme mit dem Biss oder dem Zahnfleisch beheben sie nicht. Sie sind eine ästhetische Versorgung für Zähne, die ansonsten gesund sind.
Warum häufig E-max gewählt wird
E-max ist eine Glaskeramik aus Lithiumdisilikat. Für Veneers ist sie beliebt, weil sie gute Festigkeit mit einer Lichtdurchlässigkeit verbindet, die Licht ähnlich wie natürlicher Zahnschmelz durchlässt und reflektiert. Sie lässt sich dünn verarbeiten, was hilft, die Präparation gering zu halten, und ihre glasierte Oberfläche ist widerstandsfähig gegen Verfärbungen durch Kaffee, Tee und Rotwein. Sie ist aber nicht die einzige geeignete Keramik. Sehr dunkle Zähne benötigen zum Beispiel unter Umständen ein deckenderes Material oder ein etwas dickeres Veneer, damit die Farbe darunter nicht durchscheint. Ihr Zahnarzt erklärt Ihnen, welche Variante zu Ihrer Situation passt.
Gute Voraussetzungen und Situationen, die Vorsicht erfordern
Veneers kommen meist für gesunde Frontzähne infrage, die genug intakten Zahnschmelz für die Verklebung haben. Häufige Gründe sind:
- Verfärbungen, die sich durch Bleaching nicht ausreichend aufhellen lassen, etwa tiefe innere Verfärbungen oder ein einzelner nachgedunkelter Zahn
- Abgesplitterte, abgenutzte oder unebene Kanten
- Kleine Lücken zwischen den Frontzähnen
- Kleine, kurze oder ungewöhnlich geformte Zähne
- Leichte Unregelmäßigkeiten in der Zahnstellung, wenn eine kieferorthopädische Behandlung nicht gewünscht oder nicht nötig ist
Manche Situationen erfordern einen anderen Ansatz oder eine vorherige Behandlung. Zahnfleischerkrankungen und Karies werden zuerst behandelt. Ein Zahn mit großen Füllungen, einem deutlichen Riss oder sehr wenig verbliebenem Schmelz ist mit einer Krone oft besser geschützt. Wenn Sie mit den Zähnen knirschen oder pressen, können Veneers absplittern oder sich lösen – dann wird meist eine Aufbissschiene empfohlen, und in manchen Fällen ist eine andere Lösung sinnvoller. Treffen die Frontzähne Kante auf Kante aufeinander oder stehen die Zähne deutlich schief, lässt sich das oft besser zuerst kieferorthopädisch korrigieren, bevor etwas verklebt wird. Jugendlichen rät man in der Regel, zu warten, bis Zähne und Zahnfleisch ausgereift sind.
Wie viel vom Zahn beschliffen wird
Für die meisten Porzellanveneers wird eine dünne Schicht Zahnschmelz an der Vorderseite des Zahns abgetragen. So entsteht Platz für die Keramik, damit der fertige Zahn nicht klobig wirkt, und das Veneer erhält einen klaren Rand, an dem es anliegt. Wie viel abgetragen wird, hängt davon ab, wie stark Farbe und Form verändert werden sollen und wo der Zahn im Zahnbogen steht: Ein dunkler oder nach vorn stehender Zahn braucht meist mehr, ein kleiner oder weiter hinten stehender Zahn dagegen manchmal nur sehr wenig.
In manchen Fällen lassen sich Veneers mit minimaler oder ganz ohne Präparation anfertigen. Das funktioniert gut bei Zähnen, an denen eher etwas ergänzt als weggenommen werden muss; in ungeeigneten Fällen können die Zähne dadurch jedoch dick oder überkonturiert wirken. Es ist also eine Einzelfallentscheidung. Unabhängig von der Menge gilt: Zahnschmelz wächst nicht nach. Ein einmal präparierter Zahn braucht dauerhaft ein Veneer oder eine andere Versorgung. Es ist völlig in Ordnung, Ihren Zahnarzt zu fragen, wie viel er an jedem Zahn beschleifen möchte und warum.
Vom ersten Termin bis zum Einsetzen
Porzellanveneers erfordern in der Regel mindestens zwei Haupttermine, dazwischen liegt die Zeit für die Anfertigung. Der genaue Ablauf hängt davon ab, wie viele Zähne beteiligt sind und ob vorher andere Behandlungen nötig sind.
Untersuchung und Planung
Ihr Zahnarzt untersucht Zähne, Zahnfleisch und Biss, fertigt Röntgenbilder und Fotos an und bespricht mit Ihnen, was Sie verändern möchten. Dabei zeigt sich auch, ob Veneers überhaupt die richtige Wahl sind oder ob Bleaching, Bonding, eine kieferorthopädische Behandlung oder Kronen besser für Sie wären. Wenn Sie für die Behandlung anreisen, können gute Fotos vorab bei der ersten Planung helfen, die Entscheidung wird aber vor Ort bestätigt.
Den Entwurf abstimmen
Bevor ein Zahn präpariert wird, wird die geplante Form oft als digitaler Entwurf, als Modell oder als provisorisches Mock-up auf Ihren Zähnen gezeigt. Wenn Sie die vorgesehene Länge und Kontur im eigenen Mund sehen, fällt es viel leichter, Änderungswünsche zu äußern, solange sie noch einfach umzusetzen sind.
Präparation und Abdruck
Die Zähne werden meist örtlich betäubt; bei sehr geringer Präparation ist das manchmal nicht nötig. Nachdem der Schmelz beschliffen wurde, wird ein Abdruck oder Scan genommen, und die Zahnfarbe wird mit Farbmustern und Fotos festgehalten, damit die Veneers in der vereinbarten Farbe angefertigt werden können.
Die Zeit mit Provisorien
Häufig werden provisorische Veneers eingesetzt, die die präparierten Zähne schützen und Ihnen einen Eindruck der neuen Form vermitteln. Sie sind weniger fein und weniger stabil als die endgültige Keramik. Meiden Sie deshalb sehr harte oder klebrige Speisen, kauen Sie vorsichtig und reinigen Sie behutsam um die Provisorien herum. Löst sich ein Provisorium, melden Sie sich bei Ihrem Zahnarzt, statt den Zahn unbedeckt zu lassen.
Anprobe und Befestigung
Wenn die Veneers fertig sind – oft nach einigen Tagen bis zu etwa zwei Wochen –, werden sie zunächst anprobiert, um Passform, Form und Farbe zu prüfen, und Sie können sie im Spiegel betrachten, bevor etwas befestigt wird. Anschließend werden die Zähne gereinigt und vorbereitet, die Veneers einzeln mit Kleber und Polymerisationslampe befestigt, Überschüsse entfernt und der Biss geprüft und verfeinert. Meist folgt ein kurzer Kontrolltermin, um das Zahnfleisch zu prüfen und letzte Feinheiten anzupassen.
Porzellan- oder Kompositveneers?
Kompositveneers bestehen aus zahnfarbenem Kunststoff, der meist direkt auf dem Zahn aufgebaut und von Hand modelliert wird. In geübten Händen können beide Varianten sehr gut aussehen, mit der Zeit verhalten sie sich jedoch unterschiedlich:
- Aussehen: Porzellan behält Glanz und natürliche Transluzenz; Komposit kann anfangs hervorragend aussehen, verliert aber mit der Zeit oft etwas an Glanz.
- Präparation: Komposit erfordert oft wenig oder gar kein Beschleifen, bei Porzellan wird meist etwas Schmelz abgetragen.
- Termine: Komposit lässt sich oft in einer einzigen Sitzung fertigstellen; für Porzellan braucht es Zeit zur Anfertigung.
- Verfärbungen: Porzellan ist sehr verfärbungsresistent, Komposit kann durch Kaffee, Tee, Wein oder Rauchen allmählich Farbe annehmen.
- Haltbarkeit und Reparatur: Porzellan ist härter und hält in der Regel länger; Komposit splittert leichter, lässt sich aber einfacher reparieren oder anpassen.
Keine der beiden ist für jeden die bessere Wahl. Komposit kann bei kleinen Veränderungen, bei jüngeren Patienten oder zum Ausprobieren einer neuen Form sinnvoll sein. Porzellan eignet sich eher für größere Veränderungen von Farbe und Form, wenn Sie ein Ergebnis wünschen, das länger stabil bleibt. Eine gute Beratung erklärt Ihnen beide Möglichkeiten ehrlich und bezogen auf Ihre Zähne.
Form und Farbe passend zu Ihren übrigen Zähnen
Werden mehrere Frontzähne gemeinsam mit Veneers versorgt, ist die Wahl von Farbe und Form freier. Werden nur ein oder zwei Zähne behandelt, müssen sich die Veneers in die natürlichen Nachbarzähne einfügen – eine der anspruchsvolleren Aufgaben in der ästhetischen Zahnmedizin. Um einen einzelnen Frontzahn genau anzugleichen, ist manchmal eine zusätzliche Anprobe nötig, bis Farbe und Oberflächenstruktur wirklich stimmen.
Porzellan verändert seine Farbe nach der Herstellung nicht und reagiert nicht auf Bleaching. Wenn Ihre natürlichen Zähne heller werden sollen, wird das Bleaching meist zuerst durchgeführt und die Farbe der Veneers erst gewählt, wenn sich der Farbton stabilisiert hat. Bei der Form sind es Details wie eine leicht abgerundete Ecke oder eine feine Oberflächenstruktur, die ein Veneer wie einen echten Zahn wirken lassen und nicht wie eine perfekt glatte Fliese.
Die ersten Tage nach dem Einsetzen
Die meisten Menschen können bald nach dem Befestigen der Veneers wie gewohnt essen und ihrem Alltag nachgehen, sobald die Betäubung nachgelassen hat. Eine leichte Kälteempfindlichkeit ist für einige Tage häufig, und das Zahnfleisch um die Veneers kann etwas empfindlich sein. Ihre neuen Zähne fühlen sich für die Zunge vielleicht etwas voller oder glatter an, und manche Laute klingen anfangs ungewohnt; das legt sich meist innerhalb weniger Tage, während Sie sich daran gewöhnen.
Melden Sie sich bei Ihrem Zahnarzt, wenn sich der Biss zu hoch anfühlt, eine Kante scharf ist oder Zahnseide hängen bleibt, wenn sich ein Veneer locker anfühlt oder die Empfindlichkeit eher zu- als abnimmt. Solche Dinge lassen sich meist einfach beheben, wenn sie früh kontrolliert werden.
So pflegen Sie Ihre Veneers
Veneers selbst können keine Karies bekommen, der Zahn darunter und die Ränder, an denen Veneer und Zahn aufeinandertreffen, aber sehr wohl. Gute tägliche Pflege schützt beides:
- Putzen Sie zweimal täglich mit einer weichen Zahnbürste und einer wenig abrasiven Zahnpasta; stark abrasive Weißmacher-Zahnpasten können die Oberfläche mit der Zeit matt machen
- Reinigen Sie täglich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen und achten Sie besonders auf die Ränder am Zahnfleisch
- Beißen Sie nicht auf harte Gegenstände wie Eis, Nussschalen, Fingernägel oder Stifte, und öffnen Sie keine Verpackungen mit den Zähnen
- Tragen Sie eine Aufbissschiene, wenn Sie knirschen oder pressen, und beim Kontaktsport einen Mundschutz
- Nehmen Sie regelmäßige Kontrollen und professionelle Zahnreinigungen wahr und sagen Sie Ihrem Praxisteam, dass Sie Porzellanveneers haben, damit geeignete Poliermethoden verwendet werden
Wie lange Veneers halten und was später kommt
Bei guter Pflege können Porzellanveneers oft viele Jahre halten. Irgendwann muss ein Veneer vielleicht ersetzt werden – zum Beispiel wegen einer Absplitterung, Abnutzung, Verfärbungen am Rand, Karies an der Grenze zum Zahn oder eines Zahnfleischrückgangs, der den Übergang freilegt. Kleine Absplitterungen lassen sich manchmal polieren oder mit Komposit reparieren. Für einen Austausch wird das alte Veneer vorsichtig entfernt und ein neues angefertigt; der Zahn bleibt also dauerhaft auf eine Versorgung angewiesen. Gesundes Zahnfleisch, Schutz vor Knirschen und regelmäßige Kontrollen sind die Dinge, die Sie am meisten selbst in der Hand haben.
Andere Möglichkeiten, die Sie bedenken sollten
Veneers sind nicht der einzige Weg zu einem helleren oder gleichmäßigeren Lächeln. Wenn vor allem die Farbe Sie stört, kann ein Bleaching ausreichen. Mit Komposit-Bonding lässt sich eine Absplitterung reparieren oder eine kleine Lücke schließen, mit wenig oder ganz ohne Bohren. Eine kieferorthopädische Behandlung kann schief stehende Zähne begradigen und verringert manchmal den Bedarf an Veneers oder macht sie überflüssig. Für einen Zahn mit großen Füllungen oder einer deutlichen Schwächung kann eine Krone die bessere Wahl sein. Kommen mehrere dieser Anliegen zusammen, können Veneers Teil eines umfassenderen Plans sein, zu dem auch Bleaching oder eine Zahnfleischbehandlung gehören.
Unsicher, ob Veneers das Richtige für Sie sind?
Die beste Antwort ergibt sich aus einem Blick auf Ihre Zähne. Wenn Sie eine erste Einschätzung wünschen, können Sie uns gern deutliche Fotos Ihres Lächelns von vorn und von der Seite schicken, dazu eventuell vorhandene aktuelle Röntgenbilder und eine kurze Nachricht, was Sie verändern möchten. Wir erklären Ihnen, welche Möglichkeiten für Sie infrage kommen könnten – auch schonendere – und was bei einer Untersuchung geprüft werden müsste, bevor ein Plan feststeht.

